Wer hat noch keine Angst vor der nächsten Mietvorschreibung? Der Zeige auf!
Willkommen im Mietwahnsinn: Eine neue Form der Lotterie
Mieten steigen. Immobilienpreise explodieren. Städte verkommen zu Luxusoasen für Besserverdiener. Aber warum regen wir uns überhaupt noch darüber auf? Ist doch völlig normal, dass der Wohnraum unbezahlbar wird! Oder?
In Österreich und Deutschland verfestigt sich die absurde Vorstellung, dass hohe Mieten ein Naturgesetz sind. Unumstößlich, unvermeidlich, in Stein gemeißelt wie das Wetter oder die Schwerkraft. Dass man halt für den „Luxus“ eines Dachs über dem Kopf zahlen muss, als würde man sich jeden Monat einen Sportwagen gönnen. Und die Politik? Die diskutiert, beruhigt und verwaltet das Elend. Doch was ist eigentlich der Unterschied zwischen Stadt und Land? Zwischen West und Ost? Wer sind die wahren Gewinner – und warum gibt es immer mehr Verlierer?
Deutschland: Stadtluft macht frei – aber nur für Millionäre
München, Hamburg, Berlin – das Ticket in den Ruin
Glückwunsch, du hast eine neue Wohnung in München gefunden! Die Miete? 2.000 Euro kalt für 40 Quadratmeter – ein echtes Schnäppchen. Hamburg? Ähnlich. Berlin? Längst kein Paradies mehr, sondern eine sich immer weiter drehende Spirale aus steigenden Preisen, sinkenden Gehältern und einem Wohnungsmarkt, der sich anfühlt wie ein dystopisches Battle Royale: Wer zuerst zahlt, gewinnt.
Private Investoren, Fonds und Immobilienhaie sichern sich ganze Straßenzüge, treiben die Mieten hoch und setzen auf eine Strategie der maximalen Auspressung. Wenn der Gesetzgeber mal überlegt einzugreifen, wird kurz gejammert, gelacht – und dann weitergemacht. Wer nicht zahlen kann? Pech gehabt, zieh halt raus. Gibt ja genug Leute, die bereit sind, ihre komplette Existenz nur für eine Einzimmerwohnung zu verpfänden.
Dörfliches Idyll? Denkste!
Ach ja, die klassische Ausrede: „Dann zieh halt aufs Land!“ Klingt nett, bis man merkt, dass auf dem Land nicht nur die Mietpreise steigen, sondern auch der ÖPNV stirbt, die Supermärkte verschwinden und jeder Weg zur Arbeit eine logistische Meisterleistung wird. Ach ja, und das Land ist längst kein billiger Zufluchtsort mehr – auch hier kaufen Investoren ganze Dörfer auf, sanieren, treiben die Preise hoch und vermieten an gestresste Städter, die ihre Ruhe suchen, aber dann merken, dass sie ohne Auto verloren sind.
Österreich: Wiener Luxus gegen Landflucht
Wien – wie lange noch leistbar?
Österreich prahlt oft mit seinem „sozialen Wohnbau“. Wiener Gemeindewohnungen sind ein Relikt aus der Vergangenheit, das sich hartnäckig hält. Doch auch hier steigen die Mieten – die „geförderten“ Mieten sind für Durchschnittsverdiener oft kaum noch leistbar, die privaten ohnehin utopisch. Neubauten entstehen, aber die richten sich selten an Normalverdiener – sondern an Expats, Investoren und Menschen, die 1.500 Euro für 50 Quadratmeter als fairen Deal ansehen.
Die Landflucht und ihre bitteren Folgen
Während Wien langsam unerschwinglich wird, sterben die Dörfer. Läden schließen, Schulen verschwinden, Arbeitsplätze gibt es kaum noch. Wer nicht frühzeitig ein Eigenheim geerbt oder gekauft hat, zahlt inzwischen auch hier weit mehr als noch vor zehn Jahren. Junge Menschen? Ziehen weg. Wer bleibt, zahlt entweder viel zu viel oder lebt in einer Gegend ohne Perspektive.
Ost gegen West – gleiche Probleme, andere Preise
Die Debatte „Ost- versus Westdeutschland“ oder „Ostösterreich gegen Westösterreich“ ist eine altbekannte – und sie zeigt sich auch bei den Mieten. Während München oder Wien längst durch die Decke gehen, haben Leipzig oder Dresden vergleichsweise moderate Preise. Noch. Denn auch hier beginnt die Spekulationswelle – und wenn sich die Geschichte wiederholt, dauert es nicht mehr lange, bis auch hier Mieter den Albtraum von Verdopplungen erleben.
Währenddessen sitzen in Frankfurt oder Innsbruck Investoren und denken sich: „Hervorragend, noch mehr Rendite!“ Die Logik ist einfach: Es gibt immer jemanden, der zahlt. Und solange der Staat nicht eingreift – und das passiert selten –, drehen sich die Preisspiralen munter weiter.
Die Absurdität des „freien Marktes“
Die Immobilienlobby hat einen großartigen Job gemacht: Sie hat uns eingeredet, dass der Markt alles regelt. Angebot und Nachfrage. „Wenn ihr nicht zahlen könnt, zieht halt weg!“ Dass Wohnen aber kein Luxusgut sein sollte, sondern eine Grundvoraussetzung für ein funktionierendes Leben, wird dabei elegant ausgeklammert. Es ist nicht der Markt, der entscheidet – es sind die Gesetze, die nicht existieren oder konsequent ignoriert werden.
Und das Beste? Selbst Menschen mit mittleren Einkommen fühlen sich zunehmend wie Bittsteller, wenn sie nach einer bezahlbaren Wohnung suchen. Willkommen in der neuen Realität, in der man als „Besserverdiener“ gilt, wenn man sich noch eine Drei-Zimmer-Wohnung in einem Randbezirk leisten kann.
Gibt es einen Ausweg? Oder sollten wir uns einfach dran gewöhnen?
Der Albtraum geht weiter – es sei denn, es passiert etwas.
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Mietendeckel? Wurde in Berlin probiert – aber erfolgreich von Immobilienkonzernen und Gerichten gekippt.
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Enteignung? Klingt radikal, aber warum eigentlich nicht? Wohnraum sollte ein Grundrecht sein.
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Staatliche Neubauoffensive? Brauchen wir, aber bitte nicht nur Luxuswohnungen.
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Höhere Steuern für Immobilienspekulation? Wäre sinnvoll, aber genau das Gegenteil passiert: Spekulanten genießen Steuererleichterungen.
Es gibt Lösungen, aber solange diejenigen mit Einfluss am teuersten wohnen, wird sich wenig ändern. Also gut festhalten – die nächste Mieterhöhung kommt bestimmt!